In Ostthüringen wird mit Naturkalk auf rund 313 Hektar gegen die Bodenversauerung vorgegangen. Ökologische Stabilisierung von Waldstandorten durch Kalkgaben wissenschaftlich belegt

Erfurt (hs): Altlasten des sauren Regens und aktuell immer noch überhöhte Stickstoffeinträge machen den basenarmen Waldstandorten im Freistaat weiterhin Probleme. Zum Ausgleich dieser Stoffeinträge lässt ThüringenForst ab dem 22. September rund 313 Hektar Waldfläche im Forstamt Neustadt/Orla mittels Hubschrauber kalken. Die Maßnahme dauert etwa 14 Tage an und erfolgt nur bei geeignetem Flugwetter. Dabei werden etwa 940 Tonnen naturbelassener, kohlensaurer Magnesiumkalk eingesetzt. Dieser senkt den Bodensäurewert und gleicht damit die Bodenchemie aus.

Die Kalkung ermöglicht eine ausgewogene Nährstoffversorgung der Waldbäume wie auch eine bessere natürliche Verjüngung der Waldbestände. Das Grundwasser wird verstärkt geschützt, da die Filterfunktion verbessert wird. Seit über 30 Jahren werden im Freistaat Waldböden gekalkt.

„Die zu überfliegenden Waldflächen werden kurzfristig gesperrt. Gleichwohl ist der Kontakt mit Naturkalk für Waldbesuchende völlig unschädlich – einzig die Kleidung kann leicht verschmutzt werden“, so Jörn Ripken, ThüringenForst-Vorstand.

Auch in Zukunft erfordern insbesondere ärmere Waldstandorte in den Kammlagen des Thüringer Waldes, dem Thüringer Schiefergebirge und dem Harz regelmäßige Kalkgaben, bedingt durch einen jahrzehntelangen Säureeintrag. Im Gegensatz zur Düngung, die in erster Linie der Steigerung der Ertragskraft guter Böden dient, werden arme Waldstandorte durch die Bodenschutzkalkung ökologisch stabilisiert. Nur gesunde Waldböden können weiterhin die vielfältigen Filter- und Pufferfunktionen erfüllen.

Finanziert wird diese Maßnahme mittels Fördergelder aus der EU und des Freistaats Thüringen.

Quelle: ThüringenForst-AöR, Medieninformation 51/2026, 21.09.2026. Verbreitung unter Angabe der Quelle erwünscht.

Bildmaterial: Dr. Horst Sproßmann / ThüringenForst (Abbildung/Abdruck honorarfrei).